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Kap4.01 Treffen in der Stadt Drucken

„Sie waren in der Röhn, wie ich höre.“
„Sie haben gute Ohren.“
„Ich bemühe mich, sie zu nutzen.“
„Wie ich sehe, kommen Sie mit Ihrem Erkundungsauftrag voran. War es die dunkelhaarige Agentin oder haben wir jemanden übersehen?“


„Ja, die war es. Dann gehe ich recht in der Annahme, dass die Vorführung des neuen Transportgleiters nicht nur für Sie bestimmt war.“
„Richtig. Die Allianz verhält sich doch etwas passiv. Was können Sie mir darüber sagen?“
„Es gibt zwei Schulen und beide rennen gegeneinander an. Ein Mann namens Reser-Weiden…“
„Ich habe von ihm gehört.“
„Er steht für eine flexible Grenze zwischen Elbe und Mittelgebirge.“
„Eine Stellung, die zur Verteidigung reicht, aber keinen Angriff befürchten lässt?“
„Ja. Das ist der Grundgedanke. Die andere Seite wird geführt vom Wirtschafts- und Rüstungsminister.“
„Sowinski. Ich habe ihn kennen gelernt.“
„Er strebt eine feste Linie auf der Höhe des Mittellandkanals am Rand der Ebene an. Vorgezogene Kräfte sollen die ersten Hügelketten der Mittelgebirge besetzen.“
„Eine feste Linie? Das ist ein dummer Mensch. Wir können Flüsse und Kanäle überspringen und stehen dann mit zehn Divisionen hinter ihnen und schneiden Ihnen an Aller und Weser die Verbindungen ab.“
„Es gibt viele dumme Menschen.“
„Das ist leider nur allzu wahr.“ Er lächelte dem Mann, der neben ihm kniete, zu. „Der Gottesdienst war von vielen Agenten besucht.“
„Ja. Aber alle mir bekannten sind gegangen. Hat man Sie verfolgt, als Sie aus dem Konsulat kamen?“
„Es gibt Wege aus dem Konsulat, die nicht beobachtet werden.“
„Gut. Wie läuft es an der Heimatfront. Ist es wahr: Sie sind nun Mitglied des pontifikalen Rates.“
„Man hat meine Leistungen bei der letzten Offensive zu würdigen gewusst. Nun, der Consecratius war nicht vollkommen zufrieden und hat jetzt einen neuen Mann an der Elbe durchgesetzt. Aber das soll mein Schade nicht sein.“
„Wie lange werden Sie noch brauchen.“ Er räusperte sich. „Pontifex.“
„Wir machen Fortschritte. Vielleicht ein Jahr. Dann brauche ich nur noch ein Signal.“
„Möge es dazu kommen.“ Er sah sich um. „Wir sollten den Bogen nicht überspannen. Ich werde noch bleiben und nach Ihnen gehen.“
„Warten Sie ich habe noch etwas für Sie. Es ist eine Liste. Sie enthält zehn Namen und zehn Gedichtzeilen.“
„Schläfer?“
„Vielleicht können sie Ihnen hier bei einigen Aktionen, die notwendig werden könnten, nützlich sein. Sie werden keine Fragen stellen. Im Notfall können Sie so auch Kontakt mit mir aufnehmen – bitte trotz des sicheren Weges keinen Klartext.“ Der alte Mann lächelte. „Und seien Sie sparsam.“ Er zog die Augenbrauen hoch und das Gesicht wirkte noch schmaler. „Ach, vernichten Sie doch bitte die Zettel möglichst bald.“
„Essbar.“ Der junge Priester lachte.
„Nein. Ich fürchte nicht.“ Er stand auf. „Möge Gott mit dir sein, mein Sohn.“
„Möge Gott bei dir sein, Vater.“