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Kap4.25 Kommandeurstagung Drucken

Reser-Weiden war sich seiner Handlung und den möglichen Konsequenzen durchaus bewusst. Ihm war auch klar, dass die Anwesenden bei der diesjährigen Kommandeurstagung einen anderen Vortrag vom frisch ernannten Befehlshaber der zweiten Division erwartet hatten. Nun galt es abzuwarten, wie sich das Verhältnis von Falken zu Tauben innerhalb der militärischen Führung in den vergangenen Monaten entwickelt hatte. Reser-Weiden beendete seinen Vortrag: „Wir dürfen, aus dem aktuellen Gefühl der Stärke heraus, nicht dem Glauben anhaften, es gebe in der Tiefe der Förderation für uns etwas zu gewinnen. Mit militärischen Mitteln kann dieser Krieg nicht gewonnen werden.


Wir haben das Heft des Handelns in der Hand. Die Förderation ist nach dem erfolgten Schlag in der Defensive. Es besteht die Option, weiter vorzudringen. Es winkt die Aussicht, diesem großen Widersacher, der uns viel Leid angetan hat, endgültig in die Knie zu zwingen. Aber, meine Herren, die Völker jenseits unserer Gebiete, die Bewohner der Föderation wollen uns und unsere Ideale noch nicht. Und wir haben nicht die Mittel und nicht die Legitimation, ihnen etwas zu bringen, das sie heute ablehnen. Auch wenn es unsere feste Überzeugung ist, dass es besser sei, ein Satellit des Nordens zu sein, als ein Mitglied der Föderation, teilen die Menschen in den betroffenen Gebieten unsere Ansicht gegenwärtig nicht. Sie sehen sich in einer Koalition der Gerechten und uns als Imperialisten. Das ist ihr Recht, auch wenn es ihnen nicht zum Recht im eigenen Land verhilft. Und dieser Glaube an die gerechte Sache wird es uns unmöglich machen, auf Dauer erfolgreich vorzugehen.
Wir haben keine Botschaft, die diese Menschen heute hören wollen. Es ist eine Frage von Politik, Diplomatie und langsamer Annäherung. Es ist keine Frage von Panzern oder Kampfflugzeugen. Wenn wir den Mittellandkanal überschreiten, werden wir scheitern.“

 

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