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Ernbarger zog an Markus’ Panzer vorbei und grinste aufmunternd und hämisch herüber. Nach gut zwanzig Stunden bestanden bei Markus die Gedanken nur noch aus kalten Berechnungen, die eintrainierten Regeln und Befehlen folgten. Es hatte sich gezeigt, dass es doch häufiger eng wurde und er die führenden Kompanien vorn unterstützen musste. Zudem war das Gelände über weite Strecken offen und er übernahm dort die Führungsarbeit. Er schnauzte Joachim über Funk an. „Bleib gefälligst hinter mir!“
Ernbargers Fahrzeug blieb dreißig Meter weiter abrupt stehen. Die stark gepanzerte Blende tobte auf. Markus hatte den vorausgehenden Blitz in der Ferne bemerkt. Sein Richtschütze eröffnete sofort das Feuer mit der Bordkanone. Ein zweiter Blitz aus einer anderen Richtung. Die Begleiter von Markus reagieren fast augenblicklich, noch bevor das Geschoss an gleicher Stelle einschlug. Diesmal stobte Feuer und schließlich Rauch hinter Ernbargers Silhouette aus der Luke. Die Kompanie schaltete auf Turm-MG um und rollte langsam weiter vor. Markus ließ neben Ernbarger halten und kletterte hinüber. Der feindliche Beschuss war von seinen Leuten unterdrückt worden. Joachim atmete. Der Stahl war warm, aber auf dem Dach nicht heiß. Markus zog. Sicher hätte er sich gewundert, dass er es ohne Hilfe schaffte, wenn ihm nach Wundern zu Mute gewesen wäre. Ein Stück Stoff, dass sich verhakt hatte, riss mühsam. Joachim stöhnte kurz und vorwurfsvoll auf. Der Stofffetzen blieb bei den Beinen im Inneren. Joachim lag auf dem Rücken und schaute in den Himmel. Als Markus in sein Gesichtsfeld kam, fragte er. „Warst du heute wieder mit dem Boot unterwegs?“ Markus schüttelte den Kopf und lächelte. „Nein, heute nicht.“ „Ich glaube auch nicht, dass sie was für dich ist. Vielleicht Martina.“ Er überlegte kurz. „Ach nein, sie ist mit mir hier.“ Die Augen schmerzten. Er schloss sie. Wimpern und Brauen waren russig und klebrig. Er riss die Augen wieder auf. „Ich muss zu ihr gehen.“ „Sicher. Versprichst du mir, diesmal nicht zu sabbern?“ Er versprach es nicht mehr. Markus schloss seine Augen, öffnete den Reisverschluss seines Panzerkombis und zog die Kette um seinen Hals unter dem Hemd hervor. Er brach das untere Teil des Anhängers ab und ballte seine Faust darum. Gert hatte derweil den Inhalt seines Feuerlöschers in das Fahrzeug entladen und machte Anstalten, hinunter zu klettern. Markus war nie in solch ein Wrack gestiegen, aber er hatte eine gute Ahnung, was darin zu finden sein würde. Bei diesem Typ Jagdpanzer saß auch der Fahrer im großen Innenraum und hatte die gleichen Chancen wie Lade- und Richtschütze. Später, wenn alles gut lief, würde man versuchen, größere Fleischbrocken mit Hinweis auf die Person ausfindig zu machen, um einem Grab Füllung und Namen zu geben. „Gert, zurück auf Deinen Platz. Du kannst hier nichts mehr tun.“ er blickte zu seiner Kompanie, die wie die Stacheln eines Igels die Stelle sicherten. In Richtung seines toten Freundes sagte er. „Er gibt jetzt Wichtigeres zu tun.“ Als Markus die Faust löste, um den Gegenstand in seiner Hand zu betrachten, sah er sein Blut auf Ernbargers Erkennungsmarke.
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