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„Mathias, es sieht so aus, als liefen wir in ein Dilemma.“ Kramer kam auf Borgaars zu, um mit ihm über die andauernden Protestaktionen und die befürchtete Ausweitung eines wilden Streiks vor dem Hintergrund der nach Andeutungen Moellers absehbaren Offensive der Allianz im Süden zu sprechen. „Das ist wahr, wir haben da ein Problem, Janus.“ Der Mann der Abwehr nickte. „Im Süden wird etwas passieren.“
„Ich bin mir auch sicher. Im Moment streiten sich die Herren im Stab wohl nur noch um die Ziele – nicht mehr um das ob.“ „Und wenn es im Süden zu größeren Gefechten oder sogar zu einer massiven Offensive von unserer Seite kommt, müssen die Protestaktionen beendet sein.“ Kramer überlegte. „Auch wenn der Streik illegal ist. Die Sympathie ist auf unserer Seite.“ Er sah auf. „Das kann sich aber schnell ins Gegenteil verkehren. Die Arbeiterbewegung könnte sich gegen die Offensive stellen und so viel Kredit bei der Bevölkerung verspielen. Wir müssen sie vorher bremsen.“ „Aber das würde Aufgabe bedeuten und alle Anstrengungen bisher wären für die Katz.“ Kramer nickte. „Wir müssen versuchen dafür etwas zu fordern. Der Präsident ist ängstlich. Ich denke, wir haben da eine reelle Chance. Vielleicht wird es auch notwendig sein, die Aktionen kurzfristig noch auszuweiten, um im richtigen Moment, Forderungen zu stellen. Was glaubst Du, wieviel Zeit wir noch haben?“ „Dieses Jahr ist fast vorbei, da wird nichts mehr passieren. Momentan ist die die Lage in der Armee auch noch ruhig, Also, aus meiner Sicht läuft es eher auf den Sommer, vielleicht auch erst Herbst nächsten Jahres, hinaus.“ „Das glaube ich auch.“ Kramer lächelte. „Ich werde folgendes versuchen und hoffe, du wirst mir dabei unter die Arme greifen. Die Arbeiter fordern Demonstrations- und Streikrecht. Wir sollten mit unseren Leuten sprechen und ihnen vorschlagen, den Druck vorerst aufrecht zu halten und sich im richtigen Augenblick mit dem Demonstrationsrecht zufrieden zu geben. Als Gegenleistung müssen die Jungs in den Betrieben dann die Arbeit im vollen Maße wieder aufnehmen und sich bei der Sache ganz hinter die Armee stellen.“ „Das hieße, auf das Streikrecht zu verzichten.“ Kramer fasste Borgaars am Oberarm. „Die spielen ihr Spiel, und wir spielen unseres. Eine Offensive inklusive Seeladeoperationen a la Sowinski scheint im Moment nicht machbar. Vielleicht wird man weiter gehen, als es sinnvoll ist. Vielleicht bis zu den Mittelgebirgen. Aber wenn wir so vorerst eine sichere Südgrenze haben, die man gegebenenfalls auch zurücknehmen kann, und dazu das Demonstrationsrecht bekommen, sind wir ein gehöriges Stück weiter.“
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