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Kap2.04 Planspiele bei HDW Drucken

 

„Ja. Es geht zu langsam vorwärts. Jan. Aber ein Streik ist nach der Absetzung von von Rechtensberger noch immer eine Straftat. Und wir dürfen nichts überstürzen. Vor dem Streikrecht steht das Demonstrationsrecht, vor dem Demonstrationsrecht steht das Versammlungsrecht. Und das zumindest haben wir in Teilen. Wir dürfen als Betriebsrat eine Versammlung der Arbeiter einberufen und wir können auch, außerhalb der Arbeitszeit, einen Betriebsausflug organisieren.“ Schmitt sprach zu seinem Kollegen im HDW-Betriebsrat, Diedrichsen.


Jan Diedrichsen schüttelte den Kopf. „Das ist doch aber keine Lösung. Das ist doch ein Tropfen auf den heißen Stein.“
„Sicher. Nur darf sich die HDW nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen. Du hast gesehen, was passiert ist, nachdem Sie das Rechtenbergers-Gesetz kassiert haben. Auf der anderen Seite schauen die anderen Betriebe auf uns. Und im zweiten Schritt werden wir weiter gehen. Ich habe mit Kramer besprochen, dass wir eine Versammlung der Betriebsräte einberufen. Wir können keine Gewerkschaft gründen, aber da können wir sehen, mit wem etwas anzufangen ist.“ Schmitt lächelte und schielte durch seine zierliche Brille. „Günther Strese hat sicher recht, dass unser Weg lang sein wird. Aber wenn man nicht anfängt, wird er auch nicht kürzer. Wir müssen ihn vorschieben, damit die uns nicht ins Visier nehmen. Und wir brauchen zumindest am Anfang seine Rückendeckung. Aber ich bin sicher, dass wir bei einem Treffen mit den anderen Betrieben Leute kennen lernen werden, die mutig genug sind weiterzudenken.“