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Kap2.15 Expertenliste Drucken

 

Der Oberstleutnant nickte dem Obergefreiten im Vorzimmer des Stellvertretenden Leiters der Abwehr stumm zu, als er eintrat. Dieser sah auf. Er war seit gut einem Jahr als Schreibkraft im Generalstab und hatte sich an hohe Dienstgrade gewöhnt. Er sagte höflich, aber ohne die Anspannung, die ihm noch vor Jahresfrist eigen war: „Herr Oberstleutnant, prima. Der Admiral erwartet Sie. Gehen Sie doch bitte durch.“
Der G44 klopfte an der angelehnten Tür und trat ein. Flottillenadmiral Moeller stand mit einem Umschlag in der Hand an seinem Schreibtisch und kam ihm dann entgegen. „Ah, Reser-Weiden, gut.“ Sie gaben sich die Hand. „Haben Sie sich wieder in Kiel eingelebt oder bereuen Sie jetzt nicht im Süden bei Ihrem Batallion zu sein. Es war nur ein kurzer Ausflug zur Truppe.“
„Ein gutes Jahr, aber es ist schön, wieder da zu sein.“ Reser-Weiden blickte auf den Umschlag.
„Oh, der ist gar nicht für Sie. Setzen Sie sich doch.“ Der Admiral legte den Umschlag auf seinen Tisch und lehnte sich gegen die Arbeitsplatte. „Ich hoffe, Sie haben sich in den Fall schon einarbeiten können. Was können Sie mir über diesen Menschen sagen?“
Reser-Weiden blieb ebenfalls stehen. „Über den Menschen kann ich Ihnen nichts sagen, Herr Moeller. Noch wurde er nicht zur Vernehmung durch uns überstellt. Allerdings sind die Pläne, die er mitgebracht hat, durchaus besorgniserregend. Sie werden momentan von einigen Wissenschaftlern untersucht. Gegenwärtig gehen wir davon aus, dass dieses Teil fliegen kann: Flugzeit und Reichweite sind limitiert, aber in großen Mengen wäre das Flugzeug gefährlich.“
Moeller nickte. „Als wäre die Situation nicht ohnehin ernst genug. Der Überläufer behauptet, es gäbe diese Dinger auch wirklich – hundert Stück, vielleicht mehr. Und die machen mir Sorgen.“
„Ja.“ Reser-Weiden hatte seine Probleme mit Moeller. Aber die Sorgen konnte er teilen. „Wir sollten schnellstmöglich rausfinden, was an der Sache dran ist.“
Moeller bestätigte mit einem Kopfnicken. „Um diese Frage klären zu können, müssen wir wissen, ob der Überläufer echt ist. Unsere Leute können nicht entscheiden, ob der Mann wirklich als Ingenieur an dem Projekt beteiligt war oder ein Agent ist, der sich als Techniker ausgibt. Schicken Sie einen Ihrer Männer und sehen Sie nach, was das für einer ist!“
Reser-Weiden nickte langsam und zog die Brauen hoch. „Die Liste der verfügbaren Experten ist wegen der Mobilmachung nicht sehr lang. Aber ich habe da jemanden im Auge.“