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Kap1.08 Im Cafe Drucken

„Ihr seid erst im dritten Semester und habt noch fast zwei Jahre – und trotzdem seid Ihr sicher, eine Stelle für den Master zu bekommen?“ Markus schüttelte den Kopf.
„Das wird schon klappen.“ Sabine zog die Achseln hoch. Martina, die mit ihnen in dem Cafe saß, schien die Frage vollkommen unnötig zu finden. Sie sah aus, als wollte sie sagen: natürlich bekommen wir die Stelle, wenn wir sie haben wollen.

Der Unterschied war vielleicht: sie sah für Markus so aus, als würde sie so etwas sagen wollen, aber sie wollte es nicht sagen.
„Also, ich hoffe ja auch nach dem Bachelor weitermachen zu können, aber ich würde das etwas bescheidener formulieren.“
Martina sah auf ihre Uhr.

Martinas Mund„Sie findet mich wohl sehr langweilig, oder?“, wandte sich Markus an Sabine.
Sabine zuckte mit den Schultern. „Es könnte schlimmer sein.“
Markus schob die Unterlippe vor. „Na ja, schon komisch, wo sonst alle Mädchen auf mich fliegen und schluchzend an meiner Tür kratzen.“
„Sie ist in dieser Beziehung etwas eigenwillig.“
„Und sie spricht nicht gerne über Trivialitäten, oder?“
„Nun ja...“ Sabine lächelte. „Manche Menschen sprechen gerne, um zu gefallen oder um sich selbst bestätigt zu finden. Das tut Martina nicht. Sie spricht, wenn sie was zu sagen hat. Oder…“
„Oder vielleicht, um mal einen Spaß zu machen?“ Markus drehte seinen Zeigefinger fragend in der Luft und wagte dann einen Blick zu Martina.
Diese packte ihre Zigaretten ein. „Ich muss los.“ Sie küsste Sabine auf die Wange. „Sehen wir uns heute Abend?“
„Sicher, mein Herz. Viel Spaß!“
Markus sah der eleganten Erscheinung nach, wandte sich an Sabine und sagte mit leicht verknautschtem Gesicht. „Auch keine Späße?“
Sabine lachte. „Doch. Das ist sogar häufiger der Fall. Nur wartet sie bei neuen Bekanntschaften meist ein paar Tage.“
„Um aufzutauen, weil sie unsicher ist oder um zu sehen, ob man ihrer Späße würdig ist?“
„Das kannst du dir wohl selbst denken, oder?“
„Ja.“ Markus nickte in sich hinein. „Und, hab ich Chancen, die Probezeit zu bestehen?“
„Schwer zu sagen.“ Sabine verzog kurz das Gesicht. „Zu geringe Statistik. Bisher hat es erst einer geschafft.“
Markus pustete Luft aus. „Wer ist der Typ?“ Er spannte spielerisch seine Armmuskeln an. „Vielleicht sollte ich ihn weghauen.“
„Damit würdest du bestimmt viele Punkte sammeln.“
„Bessere Vorschläge?“
„Komm uns übermorgen besuchen. Am Mittwochabend nehmen wir uns immer frei und kochen zusammen.“
„Ihr nehmt euch frei?“ Markus weitete die Augen. „Von was denn?“
„du bist wirklich langsam, mein Lieber. Martina und ich verabreden uns gelegentlich. Wir pflegen sozusagen unsere Listen. Nur mittwochs versuchen wir, etwas gemeinsam zu machen.“
Markus sah sich gezwungen, sich zu räuspern. „Ich mag ja langsam sein, aber ich folgere jetzt mal messerscharf, dass ein Treffen auf einen Mittwoch dann nicht in den Rahmen ‚Listenpflege’ gehört.“
„Nein“, bestätigte Sabine, „Der Mittwochabend ist nur banalen Dingen gewidmet. Wir kümmern uns um so Sachen wie Freundschaft und so.“