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Kap1.19 Risiko Drucken

Markus sah über das Spielbrett Meike an, der Freundin von Lars. Dann wanderte sein Blick zu ihrer Freundin Ellen. Nette Leute eigentlich, nur eben nicht dafür geschaffen, ernsthaft Risiko zu spielen. Er räusperte sich, als Meike eine vollkommen sinnlose Attacke auf ihn startete.


Lars teilte Markus‘ Ansichten über Meikes Strategie, obgleich er nicht selbst betroffen war. Er schlug vor, die Frauen nach Hause zu schicken und ein neues Spiel anzufangen. Tobias war nun verstimmt, da er ein bisschen in Ellen verknallt war. Das hatte aus Sicht von Markus aber nicht viel zu bedeuten, da sich Tobias in jedes Mädchen verknallte, das ihm unter die Augen kam. Aber Lars konnte sich mit seinem Vorschlag nicht durchsetzen. Also entschied er, mit seinen Begleitungen loszuziehen und fragte, ob jemand mit wolle. Tobias wollte natürlich, traute sich aber nicht. Claas und Markus winkten ab. Ihnen war es draußen zu kalt, außerdem hatten sie beide noch einen Kater von der Silvesterparty.
„Du kannst nur einfach nicht verlieren“, gab Meike beim Hinausgehen noch in Markus‘ Richtung zum Besten. Der Angesprochene war halbwegs erstaunt, dass er vollkommen ruhig blieb. Er sagte nur: „Weiber“ und verzog vielsagend den Mund in Richtung Claas. Lars war das Ganze unangenehm und versuchte seiner Verantwortung gegenüber den WG-Genossen zumindest noch in einer Richtung gerecht zu werden. Er fragte Tobias, ob er nicht doch mitkommen wolle und flüsterte ihm – vielleicht nicht ganz wahrheitsgemäß – ins Ohr: „Ich glaube, Ellen würde sich freuen.“ Tobias lief erst rot an, fasste sich dann aber ein Herz und trottete den Dreien hinterher.
Markus und Claas nickten anerkennend, während sie ein neues Bier öffneten.
„Lieb von ihm, dass er Tobias noch überredet hat“, suchte Markus ein Gespräch zu eröffnen.
„Ja“, stimmte Claas zu, er hatte seine Beine auf einen der freien Stühle gelagert und sinnierte vor sich hin.
„War auch ne blöde Idee, das Spiel heute machen zu wollen“, setzte Markus nach.
„Ja, saublöd.“
„Wie findest du Ellen?“
Claas drehte sich zu Markus und sagte: „Ganz nett.“
„Hm. So, so, ganz nett. Na ja, Ihr Bauern messt Frauen ja nur nach dem Land, was sie in die Ehe einbringen können.“
Claas verzog nur das Gesicht.
„Aber im Ernst, wann gedenkst du denn, die Damenwelt mit Deinem Langeländer Insulanercharme zu beehren?“
„Ach, ich hatte mir gedacht, ich gebe ihnen noch bis zum Frühling Zeit.“ Claas lachte. „Ach, Scheiße. Aber ich glaube wirklich, dass ich erstmal sehen muss, das erste Semester hinter mich zu bringen.“
„Ja, gute Idee.“ Markus war sich recht sicher, dass Claas im Frühjahr die Geschichte auf den Herbst verlegen würde und von da auf den Frühling im kommenden Jahr.
„Was läuft bei dir in Sachen Mädels? Und was machst du mit den beiden Zuckerschnecken, zu denen du fast jeden Mittwoch gehst?“ Claas ging unvermittelt in die Offensive.
Markus zuckte mit den Schultern. „Na ja, was soll schon laufen? Wir treiben es halt immer zu dritt und bumsen uns die Seele aus dem Leib.“
Claas nickte. „Also, läuft da gar nichts, hm?“
Markus bestätigte das mit einem Kopfnicken.