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„War es notwendig, Kramer mit der Nachricht zu alarmieren, dass wir Informationen über eine Widerstandsgruppe innerhalb des Parlamentes haben?“ Sowinski hatte den Bericht seines Stellvertreters ohne Regung zur Kenntnis genommen.
Moeller hatte diesen Punkt lange mit seinen Mitarbeitern Almeida und Borgaard erwogen. „Wir haben gegenwärtig nicht die Möglichkeit einer lückenlosen Überwachung der Verdächtigen. Nicht einmal der Senat würde es akzeptieren, käme heraus, dass wir Abgeordnete observieren lassen. Von daher war diese Warnung angebracht, um den Bewegungsspielraum der Gruppe einzuschränken. Gemeinsam mit dem Bild, das ich skizziert habe, werden sie sich auch ihrer eigenen Gefahr bewusst und schließlich gezwungen sein, den Gesetzentwurf mit zu tragen. Daneben hoffe ich, dass Borgaard, und er macht seine Sache gut, mittelfristig in diesen Kreis gelangen wird.“ Sowinski schüttelte den Kopf. „Aber ist es nicht gerade verdächtig, dass Borgaard dieses Treffen initiiert hat und werden sich diese Leute nicht jetzt, nach Ihrer Warnung, noch stärker abkapseln?“ Moeller konnte sich dem nicht verschließen, aber auch darüber hatte er nachgedacht. „Die Gefahr besteht. Auf der anderen Seite haben Kramer und Borgaard jetzt eine gemeinsame Mission, nämlich das Rüstungsgesetz durchzubringen. Nach dem, wie ich die Bedrohung geschildert habe, bin ich überzeugt, dass Kramer das Gesetz in seinen Grundzügen für notwendig erachtet. Kramer muss sich nun sorgfältig mit Borgaard absprechen, wie sie ihre Argumente vorbringen und wen sie, die Geheimhaltung verletzend, in die Hintergründe einweihen. Und Borgaard ist geschickt. Er hält engen Kontakt und kann gegenüber Kramer und seinem Umfeld das Bild eines vorsichtigen aber überzeugten Widerständlers zeichnen.“ Sowinskis Kopfschütteln ging langsam in ein Nicken über. Er hatte seine Zweifel, wusste in Moeller aber einen erfahrenen Vertrauten. „Ich denke, man sollte diese Vögel ins Licht scheuchen, um sie dort zu erledigen, und nicht in den Schatten treiben, wo sie sich verkriechen können. Aber gut, wenn wir das Gesetz bekommen und durch die Warnung die Aktivitäten der Gruppe stören, wäre schon viel gewonnen. Wenn wir obendrein noch in diese Gruppe eindringen könnten, ziehe ich meinen Hut vor Ihnen, mein lieber Herr Moeller.“ Er wechselte seinen Gesichtsausdruck von nachdenklich auf aktiv. „Wie sieht es auf unserer anderen Baustelle aus?“ „Wir sind dran. Es dauert eventuell noch etwas. Er hat Freunde.“
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