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Markus hatte das Boot zu der Stelle gesteuert, wo es am Vortag gelegen hatte. Graveson war am Morgen da gewesen und hatte ihm noch einige Sachen gezeigt. Er war dann nicht mitgekommen und das schien auch von den Damen, die wie am Tag zuvor spät eintrafen, so gewollt. Also hatte Markus den Anker geworfen und war dann zurück in die Plicht gekommen. Hier nun trafen, wie am Vortag, die in Bademäntel gekleideten Damen ein.
Und Markus setzte sich in die Sonne und las das Buch weiter. Er hatte an diesem Tag das Unterhemd weggelassen. Aber das half nicht wirklich. In Anbetracht der Tatsache, dass er nun die ganze Zeit des Sonnenbades las und noch dazu von Anfang an am Kopfende in der Sonne, war es schlimmer als am Tag zuvor. Der einzige Vorteil, den er erkennen konnte, war der, dass er nun auch am Kopf von Marie saß und hier und da einen Blick auf ihre Jugend und ihre üppige Oberweite werfen konnte. Markus schüttelte den Kopf über einige alberne Gedanken, die ihm durch den Kopf gingen, und versuchte, beim Lesen nicht aus dem Tritt zu kommen. Vielleicht etwas früher als am Vortag verabschiedete sich Marie Lena zum Bereiten der Mahlzeit. Markus hoffte, ihr werde auch der Job in der Küche heute etwas flotter von der Hand gehen. Elisabeth, wie er sie im Stillen der Einfachheit halber nannte, lag da wie eine Göttin. Ihr Atem war ruhig und Markus bemühte sich, sie nicht durch ungelenke Geräusche in ihrer Ruhe zu stören. Er las sanft und prägte die Charaktere zusehends weniger aus, um einen monotonen, angenehmen Lesefluss zu erzeugen. Vielleicht hatte er Erfolg, denn sie schreckte nicht sofort hoch, als sich Marie mit dem Tablett bemerkbar machte. Markus sicherte sich so einen kleinen Zeitvorteil, indem er sich bei Marie entschuldigte und in den Waschraum eilte. Den Vorteil am fehlenden Unterhemd erkannte er beim Anziehen, das Hemd war klamm, aber angenehmer als die zwei Lagen unter der Jacke, wie am Tag zuvor. Schließlich erreichte er die Gesellschaft der Dame in einem Stadium, da noch zwei Häppchen vorhanden waren. Es half nichts, er bekam keines der beiden und war froh, in der Küche auf dem Weg ins Bad noch einen Brotrest aufgelesen zu haben. Nach dem Essen erwartete Markus nun wiederum Aufbruchsstimmung. Aber Marie Lena trug das Tablett zurück in die Kajüte, ohne eine dahingehende Anweisung zu erteilen. So saß er mit Frau von Rechtensberger am Tisch und fragte sich, ob er das Buch holen sollte. Dazu kam er allerdings nicht. „Herr Leutnant, es ist etwas unruhig und kippelig. Ob Sie wohl bitte sehen wollen, ob mein Stuhl richtig am Boden verankert ist?“ Es schwankte in der ruhigen Dünung ein wenig, das gestand Markus ein. Unruhig oder kippelig fand er es nun nicht unbedingt, aber er besah sich die Klemmen zu Füßen der Marschallin und stellte fest, dass sie in der Tat nicht in den Verankerungen eingelassen waren. Zunächst trat er hinter die Dame und bemühte sich nicht ohne Erfolg, den Stuhl ein wenig zu verrücken und festzusetzen. Dann musste er die beiden vorderen Füße in die richtige Position bringen und kniete sich dazu vor den Stuhl. Ihm war das Ganze etwas peinlich, aber nicht direkt unangenehm. Während er die Beine des Stuhls umfasste, berührte wie zufällig Elisabeths Wade seine Hand. Er blickte nach oben und sah, dass Frau von Rechtensberger nicht zu ihm schaute, sondern die Augen halb geschlossen zur Sonne gewandt hatte. Er fixierte den Stuhl und sah und spürte gleichzeitig eine erneute sanfte Kollision zwischen seiner Hand und ihrem Bein. Er konnte hinterher nicht sagen, was ihn überkam, aber er fuhr beiläufig mit der Rückhand langsam an ihrer Wade entlang. Markus erwartete eine heftige, zumindest eine abweisende Reaktion. Aber sie blieb aus. Elisabeth hatte die Augen nun geschlossen. Sanft fuhr Markus mit den Fingerkuppen vom Knie bis zu den Zehen.
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