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„Wir kennen uns nun schon ein paar Tage und ich habe dich nie gefragt, wie es zu dem Sturz Deines Mannes gekommen ist. Darf ich das fragen?“ Markus hatte den Eindruck, sie würde darüber sprechen wollen. „Mein Mann wurde nicht gestürzt.“ Sie sah ihn unverwandt an. „Ich wurde gestürzt.“
Markus sah unverständig drein. Sie lächelte. „Ich war etwas voreilig. Fehler sind an und für sich nicht meine Sache. Nun ja, aber mein Mann war an seinem Sturz fast unschuldig. Im Grunde ist er ein Trottel. Und der neue Präsident ist genau so ein Idiot. Er hat seinen Arsch nur einmal im Leben hoch gekriegt“, sie lachte kurz auf, „beziehungsweise er ließ ihn sich von Teichert-Waldesleben hochheben, um mich zu vertreiben.“ „Winther ist nur Präsident geworden, weil er dich hasst?“ Elisabeth schüttelte den Kopf. „Mein Junge, du verstehst nichts von Männern und erst recht nichts von Frauen.“ Markus schüttelte den Kopf. „Er hat dich gestürzt und ist selbst Präsident geworden, weil er dich geliebt hat?“ “Nein“, gab Elisabeth zurück. „Nicht geliebt hat.“ „Er liebt dich immer noch?“ „Ja, sicher. Er würde alles für mich tun. Und ich war dumm zu erwarten, dass du so etwas verstehen könntest. Von der Liebe verstehst du eben nicht sehr viel.“ Sie lächelte. „Da wir bei dem Thema sind. Wie ist Dein Verhältnis zu den beiden?“ Markus schüttelte den Kopf, trank einen Schluck Kaffee und blickte über den Tassenrand. „Und, glaubst du, dass es zwischen dir und einer von ihnen etwas wird?“ „Nein, glaube ich nicht.“ Er stellte die Tasse ab. „Was auf der anderen Seite bedeutet, dass du bis zu meinem Lebensende die schönste Frau bleiben wirst, mit der ich was hatte.“ „Das kann ich nur bedingt als Kompliment auffassen. Die Stiefmutter von Schneewittchen wäre damit nicht zufrieden.“ „Dann ist es sicherlich gut, dass ich weder ein Spiegel noch Paris bin.“ Elisabeth lachte: „Wärst du Paris, müsstest du sicher Martina wählen.“ „Jedes Beispiel hinkt. Aber vielleicht stimmt es soweit, dass keine für mich vorgesehen ist. Aber eine Helena ist auch nicht in Sicht.“ „Glaubst du, dass ich mir aus jeder neuen Besetzung einen aussuche?“, wechselte Elisabeth das Thema. „Nein, glaube ich nicht.“ Markus sah sie fragend an. „Wie kommst du darauf?“ „Sabine sagt, du tätest es nicht.“ Elisabeth kräuselte die Stirn: „Ich hab mit ihr darüber nicht gesprochen.“ „Sabine ist viel klüger als ich, also bleibt mir nur, ihr zu trauen.“ „Und wenn ich sage, ich tue es?“ „Dann würde ich dir wohl glauben“, gab Markus zurück und fragte dann: „Sagst du es denn?“ „Nein, sage ich nicht.“ „Darf ich dich besuchen?“ Markus wechselte ohne Hoffnung das Thema. Elisabeth schüttelte den Kopf und stand auf. „Wenn das Schicksal gnädig ist, werde ich vielleicht noch einmal heiraten. Dann bin ich sicher alt und grau, aber eventuell lade ich dich mal zu einer Tasse Tee ein.“ Markus stand ebenfalls auf. „Du wirst nie alt und grau und ich werde den Mann beneiden – und das nicht, weil er wohl über kurz oder lang Präsident werden wird.“ Elisabeth lachte: „Vermutlich werde ich warten, bis er das ist. Noch mal sollte ich mich nicht als Königmacherin hervortun.“ Er küsste sie zum Abschied, atmete durch und ging.
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