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Prolog Drucken

Una mattina mi sono svegliato,
O bella ciao, bella ciao, Bella ciao, ciao, ciao,
Una mattina mi sono svegliato, E ho trovato l'invasor

 

Campania, awarische Föderation
General Govelli, hager, kleingewachsen, mit grauem Haar, stand in der zweiten Reihe auf der Tribüne, die eilig aus Holz auf den trockenen Feldern der Campania südlich Roms gezimmert worden war. Man hörte einige Grillen, ein Salamander klebte auf der Sonnenseite an einem der Pfosten.
Vor ihm saß der Consecratius, Leiter der Hauptabteilung Heereswesen im Pontifikat und Marschall der awarischen Föderation. Der beleibte Mann hatte auf einem hohen, mit purpurfarbenen Kissen besetzten Lehnstuhl Platz genommen und eines seiner dicken, kurzen Beine übergeschlagen. Zu seiner Linken saß seine Nichte, eine vielleicht zwanzigjährige, üppige Frau in der Uniform eines Obersten der gepanzerten Verbände. Die anwesenden Offiziere mitsamt der Dame lauschten der Rede des Vorsitzenden der wissenschaftlichen Abteilung und sahen gelegentlich auf die Ebene, die vor ihnen lag.

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Hexameter Drucken


„Sag, wie steht es um unser teures Städtchen, mein Paris?“
„Oh, sie sammeln bei Nacht vielzahlig Truppen zum Sturm.“
„Und der Hellenen Streiter, stehen die Reihen geschlossen?“
„Wider der Völker Fürst, Odysseus stiert nach dem Throne.
Laertes Sohn dem Falken gleich sucht die Massen zu täuschen.
Er will besteigen das Pferd sich zu gewinnen die Macht.“
„So vertilgen sich selbst die Griechenleute der Torheit?“
„Es sind ihrer noch viel, brüllend dem Siege hinzu.“
„Doch wer steht an unserer Seite, sprich mein Geliebter,
Wer befreit mir den Mann, Hektor mein Leben, mein Schatz?“
„Amazonen stehen bereit, den Hektor zu holen,
Pentesileas Mut, ihre Gewandtheit, ihr Stolz.
Aus dem tiefen Süden kam er, Eos zur Ehre,
Memnon unser Freund, er wird bereden das Volk.
Skamanders Furten, an ihnen wollen wir fortgehend wachen,
Als der Brücken Wacht, bieten wir Stürmenden Halt.
Antenor, Thymötes, greise Männer bereden den Senat.
Reden wird hören das Volk, weinen wird Seele und Herz.
Rechte und Freiheiten wieder holen, Hoch den Gerechten.
Und entgeht er dem Tod, fordern wir Haft für den Lump.“
„Plant auch ein Äneas mutige Taten, das Flüchten zu schützen?“
„Eher wie Anchises alt, liegt er mit Booten bereit.“
„Anchises, war er es, der mit der Venus schlief an dem Abend?“
„Da bin ich sicher: Nein! Kassandra hat sich geirrt.“
„Frau und Gespielin des Paris, holde bezaubernde Göttin
Unser Venus Geschenk, hilft sie dem Hektor zum Sieg?“
„Briseis hilft ihr den Hektor geleiten zur Beute,
Dann will sie eilen zu mir, geb sie nicht wieder heraus“
„Sprachst Du von Briseis, Freundin des grollenden Mannes?“
„Scheusal. Achill, das Schwein!“ kam es aus Kassandras Mund.
„Er wird Verrat begehen an falschen Freunden und Falken,
Weil ihn die Liebe drängt, er will verzichten aufs Gold.“
„Einen Hackenschuss habt Ihr!“ geruhte die Pralle
jetzt zu sagen. „Still!“ kam es von Elisa dann.
„Sie ist ein Luder, aber schön wie der Morgen des Tages,
Bleibst Du die Nacht oder verbleibst Du beim Nein?“
„Eile drängt, die Nacht ist fortgeschritten, Verehrte
Zeiten kommen und gehn. Unsere Zeit ist vorbei.“

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Kap1.01 Studentenparty Drucken

 

„Na, das ist was anderes hier, als die letzten drei Jahre, oder?“ Claas hielt sich an seiner Flasche Bier fest und starrte in den Saal. Es handelte sich um den größten, ebenerdigen Seminarraum, den die agrarwissenschaftliche Fakultät zu bieten hatte. Er war in der Mitte leer geräumt und, bis auf einige farbige Lampen und Blitzlichter am Rand, abgedunkelt. Rhythmische, von Bässen dominierte Musik füllte den Raum. Es war warm, und es roch nach Schweiß. Auf den Stühlen und Bänken türmten sich Winterjacken. Einige hatten auch ihre Pullover ausgezogen und tanzten in nassen T-Shirts in der Mitte des Raums.
Markus war von der Party, zu der Claas die WG-Bewohner mitgenommen hatte, durchaus angetan und nickte, sich seinerseits am Bier festhaltend.

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Über das Nordische Präludium Drucken


Wirtschaftskrisen, Terror und Umweltzerstörung haben die Staaten zermürbt. Asymmetrische Konflikte, Protektionismus, Aufstände führten nach einer Phase des Chaos in eine neue Ordnung. Ausgehend von Rom einigt eine neue Religion große Teile Europas und organisiert sich in der awarischen Föderation – einer fundamentalen Theokratie.


Nordeuropa kapselt sich von der Entwicklung ab und formiert sich im skandinavischen Bündnis. Schleswig-Holstein liegt als Teil der deutschdänischen Allianz an der Grenze, die sich bei Auseinandersetzungen mit der Föderation immer wieder zu einer Front entwickelt. Die Technologie liegt ebenso am Boden wie die Freiheit. Die von der Armee geprägte Regierung organisiert das Land streng nach militärischen Bedürfnissen in einer Planwirtschaft.


Markus, Sabine und Martina, drei Studenten, die sich in Kiel zusammenfinden, versuchen die wenigen Freiheiten auf ihre Weise zu nutzen und gelangen dabei in den Sog der innen- und außenpolitischen Ereignisse.

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Das nordische Präludium ist von der Konzeption her ein "normaler" Roman. Aufgrund der Gliederung in ca. 30 Abschnitte in jedem der fünf Kapitel eignet er sich als Online Roman, der auch auf mobilen Endgeräten, wie dem iPhone, ganz gut gelesen werden kann. Dazu kommt das Hörbuch im mp3-Format. Die Datein umfassen jeweils 1 Kapitel und sind (zwar groß ~50MB aber) auch auf mobilen Geräte (ipod) abspielbar.

 

Der erste Band ist vollständig online. Nach und nach werden einzelne Passagen überarbeitet, Zitate eingebaut und Fehler abgebaut.

 
Tipping Point Drucken

Auch wenn mir der Begriff bei Schreiben des Romans nicht geläufig war, beschreibt das Nordische Präludium eine Zeit nach dem „Umkipp-Punkt“.

Die Finanzkrise und die gegenwärtig darauf folgende nationalen Wirtschaftsegoismen – noch in Form von Währungsmanipulationen, später verstärkt vielleicht von Protektionismus – sind eine Blaupause für eine Krise, die durch Umweltzerstörung und politischer Unruhe verstärkt wird.

 

Es erscheint fraglich, welche Weltregionen stabil genug sind, in einer großen Krise globale Probleme zu lösen.

 

In den USA sind Land, Bundesstaaten, Gemeinden, Privatleute und Unternehmen so dermaßen verschuldet, dass sie mit ihrer Wirtschaftsleistung nicht in der Lage sind, zumindest den Kapitalstock zu erhalten.  Die Industrie ist auf dem Weltmarkt mit wenigen Ausnahmen nicht konkurrenzfähig. Einzig das Militär rechtfertigt noch auf absehbare Zeit den Status als Hegemonialmacht.

 

China muss stark wachsen, um die politische Unsicherheit im Land zu stabilisieren. Es erscheint aber auch in autark geführten Ländern kaum möglich, ewig mit diesen Raten zu wachsen. Das Platzen eine (Immobilien-) Blase, mit der Folge sinkenden Wachstumsraten und steigender Arbeitslosigkeit, kann die ohnehin schon in den Provinzen aufkeimenden Aufstände im Land verstärken und das Land destabilisieren. Zudem führt die Ein-Kind-Politik zu einer Überalterung der chinesischen Gesellschaft.

 

In Japan ist die Überalterung schon in der Gesellschaft angekommen. Zudem ist das Land in etwa doppelt so hoch verschuldet wie es Griechenland ist.

 

Europa schlägt sich löblich, schafft es aber aufgrund von nationalen Egoismen (noch) nicht seine Stärke zu bündeln bzw. die Schwäche zu kompensieren. China und die USA streiten sich um die Führungsrolle der kommenden Jahrzehnte, und Europa diskutiert (wohlwollend).

 

Südamerika schlägt sich auch löblich, ist aber nicht groß genug, um die Welt zu beeinflussen oder sich zumindest im Krisenfall abzukapseln.

 

Afrika wird trotz seines Reichtums an Rohstoffen, Land und Bevölkerung nicht zu Stabilität beitragen, weil der Aufholbedarf an Ausbildung und staatlicher Strukturen zu groß ist.

 

Australien und Kanada stehen an sich ganz gut da, werden sich aber gegen Krisen aus China und den USA nicht wehren können. Russland kombiniert fast alle Probleme der anderen, wenn auch in abgeschwächter Form. Indien ist wie China intern so unterschiedlich stark entwickelt, dass es sich (neben dem Konflikt mit Pakistan) im Falle einer Krise kaum um die Welt kümmern könnte.

 

Natürlich ist eine (unlösbare) große Krise keine ausgemachte Sache. Die Theorie vom Tipping Point geht nur davon aus, dass es einen Punkt gibt, an dem auch das kooperative Zusammenwirken der globalen Parteien nicht mehr ausreicht, um ein abgleiten der Welt (in chaotische Zustände) zu verhindern. Die Frage ist sicherlich nicht, ob die Bevölkerung und ihre Regierungen bereit sind, vor diesem Punkt einzugreifen. Davon ist wohl auszugehen. Die Frage ist eher, ob dieser Punkt rechtzeitig vorher sichtbar wird, so dass ein Gegensteuern noch greift.

 
Online Literatur Empfehlungen Versalia Drucken

Versalia ist ein Literatur-Portal im Internet: http://www.versalia.de/

Auf http://www.versalia.de/archiv/index.php ist es möglich Texte zahlreicher klassischer Autoren (siehe Liste unten) zu lesen.

Zudem gelangt man von der Versalia Seite zu einer Sammlung von moderneren Schiften, die man kostenlos im pdf-Format herunterladen kann: http://www.netzbibliothek.org/

Daneben gibt es (die üblichen) Blogs, Rezensionen und Buchempfehlungen.

Liste klassischer Autoren mit kostenlos, online-lesbaren Texten auf der Versalia Seite:

Aesop

Alighieri, Dante

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